Wir bauen einen Offenstall – Bautagebuch Teil 9 … 2020 – Stallerweiterung

„Wir bauen nix mehr!“ … das ist einer der Sätze, der bei Pferdehaltung in Eigenregie oft gesagt wird, aber eigentlich nie zutrifft. Meine Frau sagt das jedes Mal, wenn eine Bauphase abgeschlossen ist. Sie ist sowieso ein Mensch, der gern seine Aufgaben erledigt, weil es ja dann fertig ist. Aber Fakt ist … es wird nie fertig! Besonders nicht, wenn aus den geplanten 2 Pferden (der passende Satz dazu ist dann: „Das ist jetzt aber das letzte“) irgendwie 4 Pferde werden. Also 3 Pferde und ein Muli.
Egal … jetzt sind es 4 und mit den 35m² Unterstand kommen die nicht klar. Sie sind zwar gern zusammen – aber bitte nicht zu dicht!

Boden und Sockel sind fertig … wir warten auf die Zimmerer!

Es wurde beschlossen, den Stallbereich zu erweitern. Das heißt, eigentlich wollte mich meine Frau überzeugen, eine Seite unseres Schleppdaches vor dem vorhandenen Stall windgeschützt zu verkleiden. Aber das macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Es würde eine Nische entstehen, die dann wahrscheinlich nicht mehr genutzt wird und es würde viel von der Rundumsicht nehmen, welche die Pferde gern im Blick haben. Also habe ich dann einfach mal beschlossen, den Stall zu erweitern und zwar mit einem, hier in der Gegend historisch gewachsenem und üblichen „Anbau“.
Hier in der Oberlausitz gibts einen ganz speziellen und einzigartigen Baustil – das „Umgebindehaus“. Ein Umgebindehaus besteht traditionell aus einem Massivteil, der meist aus Feldstein gemauert ist und in dem meisten Fällen als Stall genutzt wurde. Daran anschließend wurde die Blockstube gesetzt – ein aus einem Holzständerwerk und mit Rundbögen und Holzbohlen / behauenen Holzstämmen aufgebauter Bereich, dessen Fugen oft mit Lehmmörtel abgedichtet wurde. Über beides wurde als Geschoss ein Fachwerk gesetzt, dessen Ausfachungen entweder mit Lehmziegeln und Putz einen schönen Kontrast zum Gebälk ergibt oder dessen Fassade komplett mit Schiefer verkleidet wurde – auch mit verschiedenfarbigen Schiefern, um Muster an die Fassade zu bringen.
Diesen Stil will ich hier zumindest ansatzweise nachbauen und somit wird der Anbau ein Mischmasch aus Blockstube und Fachwerk. Den massiven Teil haben wir ja bereits gebaut.
Die Stallerweiterung wird um die 9,5 x 4,5 m groß und bekommt 3 große Ein- u. Ausgänge und ein Satteldach.
Die Fläche wird in etwa 42m² betragen. Sie bietet zusätzlichen Platz für 2 – 3 Pferde.

…hier gehts bald weiter! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.